Bergheim hatten uns die Basler Freunde angesagt. Als Tipp eines netten Weinbauortes, der nicht so überlaufen ist wie die sonst immer genannten. Bergheim ist dann auch schlichter, hat aber doch ein paar Elemente, die den Ort für mich unbedingt sehenswert machen. Eines davon ist die Ortsbefestigung, die rundum noch nahezu vollständig erhalten ist. Inklusive einem von ehemals vier Türmen. Und durch eben diesen Torturm, die Porte Haute oder das Obere Tor haben wir den Ort dann auch betreten.

Von Tourisme Alsace gibt es ein Faltblatt mit Stadtplan und Info zu Bergheim, dort steht zum Lack’mi folgendes:
Die Legende „Lack’mi”: dieses Recht gewährte jeder Person Zuflucht in Bergheim, die wegen Schulden oder nicht verjährter, entschuldbarer Verbrechen verfolgt wurde. Dieses Asylrecht ist durch eine allegorische Skulptur, den „Lack’mi” in der Nähe der „Porte Haute” verkörpert, eine Figur, die sich durch verschiedene unliebenswürdige Gesten über die Unfähigkeit ihrer Verfolger lustig macht, ihr nachzustellen. Sie wurde 1997 von einem Bewohner von Bergheim angefertigt, nachdem das Original aus dem Jahr 1534 auf rätselhafte Weise im Jahr 1852 verschwand.






Imposantes historisches Haus, das es jedoch nicht in den historischen Spaziergang geschafft hat. Das Hexenhaus dafür schon. Kann man besichtigen, wenn es auf hat. Mir haben am besten die Gewände an Tür und Fenstern gefallen. Und der Hexengarten.


Niwibo sucht Orange im Oktober, wie passend.




Die Stadtmauer von außen sehen musste natürlich auch sein. Was will man von einer sonst erwarten, die ihre Masterarbeit über die mittelalterliche Stadtbefestigung einer Kleinstadt in Unterfranken geschrieben hat. Ich hatte dann auch ein kleines Deja-vu.


Und noch eine Besonderheit hat Bergheim zu bieten. Nämlich eine jahrhundertealte Linde. Angeblich stammt die Linde von 1300, zumindest gibt es eine Aufzeichnung über Volksfeste unter dieser Linde, worauf auch ein altes Schild am Stamm hinweist. Gnädig von Efeu überdeckt ist der ausbetonierte Stamm. Angeblich blüht die Linde noch jedes Jahr. Ein Kandidat für Astrids „Mein Freund der Baum“ ist die Linde allemal.

Von Bergheim sind wir zunächst nach Ribeauvillé gefahren. Da es davon aber mehr als genug Fotos für einen eigenen Beitrag gibt, folgt nun erstmal der nächste besuchte Ort.
Hunawihr





Die Kirche aus dem 15. und 16. Jhdt. ist rundum von einer Mauer mit halbkreisförmigen Turmnischen umgeben. Innerhalb der Mauer befindet sich der katholische Friedhof, der evangelische liegt außerhalb. 1687 wurde das Simultaneum eingeführt, die Kirche wird seither von beiden Konfessionen benutzt.








Auch zu Hunawihr gibt es ein Faltblatt mit einem kleinen Rundgang, hier zu finden.
