Wanderung im Triglav Nationalpark

Tag 3 unseres Kurzurlaubs mit der Bruderfamilie in Slowenien haben wir mit einer kleinen Wanderung verbracht. Und ja, ich zäume das Pferd gerade quasi von hinten auf. Tag 1 mit der Wanderung um den Bleder See und Tag 2 in der Vintgar Schlucht sind noch mit zu vielen Fotos vertreten, da muss ich nochmal aussortieren. Vermutlich nicht nur einmal 😉

Nachdem die Tage zuvor mit teils heftigen Schauern zwischendurch durchaus durchwachsen, um nicht zu sagen feucht waren, war für Freitag endlich stabil trocken angesagt. Zwischendurch haben wir zwar aufgrund der immer wieder durchziehenden dunklen Wolken dran gezweifelt, aber es blieb tatsächlich trocken. Wir hatten uns also den einzig richtigen Tag für unsere Wanderung im Triglav Nationalpark ausgesucht. Der Bruder wünschte sich Gebirgslandschaft, also haben wir uns eine als leicht und kurz beschriebene Route auf der Pokljuka Hochebene ausgesucht. Pokljuka kennt man von den dort immer wieder ausgetragenen Biathlon-Wettbewerben. Wir sind also zunächst mit dem Auto zum Ausgangspunkt der Route ein paar Kilometer hinter Goreljek gefahren. Auf etwas über 1300m war es dann auch um einiges frischer als unten auf 500m am See in Bled. Windig war es zwischendurch außerdem. Aber auch großteils sonnig.

Der Pfeil markiert genau unseren Startpunkt. Ziel war die mit 8 markierte Hütte Blejska Koca Lipanca.
Die Pokljuka Hochebene ist größtenteils mit Wald bedeckt. Wir sind also hauptsächlich im allerdings recht lichten Wald unterwegs gewesen. Im dicht mit Heidelbeerbüschen unterfütterten Wald. Leider nicht zur Erntezeit.
Nach der ersten halben Stunde durch den Wald haben wir eine freie Weidefläche erreicht.
Die Alm Javornik ist ziemlich groß, mit etlichen Almhütten. Die allerdings alle noch nicht in Betrieb waren, die Almsaison startet erst.
Deshalb sind auch noch keine Kühe auf den Almwiesen. Der Schnee, der auf den Gipfeln des Triglav-Massivs im Hintergrund noch zu erkennen ist, trägt sicher auch zum späten Start der Almsaison bei.
Und wir tauchen wieder in den Wald ein. Nun geht es auch überwiegend bergauf, auf ziemlich steinigen Wegen. Die dunklen Wolken machen uns kurz ein bisschen Sorge.
Bereits am Tag zuvor waren mir entlang der Vintgar Schlucht die vielen Schöpfe an Lenzrosen aufgefallen. Auf der Hochebene waren dann neben dem Blattwerk auch viele blühende Exemplare zu sehen.
Wir sind immer noch am richtigen Weg.
Tümpel am Wegesrand mit viel Nachwuchs an Gelbbauch-Unken. Den gelben Bauch sah man, als eine zum Luft schnappen kurz nach oben kam.
Vater und Tochter beim Balancier-Intermezzo am Wegesrand.
Das Reittier sieht zu. Und wartet geduldig, bis es am Rückweg wieder abgeholt wird (kleines Drama zwischenzeitlich).
Und weiter geht’s.
Nicht der erste kleine Bergenzian, den wir gesehen haben. Bereits auf der Alm gab es ganze Büschel davon.
Fast geschafft, hinter der Biegung spitzt schon der Giebel der Hütte hervor.
Und da ist sie schon, die kleine Ansammlung an Häusern auf 1633m. Der Übernachtungsbetrieb ist noch nicht gestartet, aber immerhin die Verköstigung. Haben wir vorher natürlich abgeklärt, nicht dass wir fix und fertig und hungrig vor verschlossener Tür stehen.
Dieser Blick entschädigt allemal für die Mühen des Aufstiegs.
Und wir stärken uns mit warmer Suppe und alkoholfreiem Radler. Die Suppe rechts ist Krautsuppe mit mürbe gekochtem Schweinebauch, die links ist Ričet. Oder Ritschert, wie man es im Süden Österreichs kennt und schreibt. Eine Suppe aus über Nacht eingeweichter Rollgerste und Gemüse, normalerweise mit Schweineripperl eingekocht. Dies hier war allerdings die vegetarische Variante, naja, bevor sie mit Würstel angereichert wurde. Schmeckten beide sehr gut, waren allerdings auch ziemlich sättigend.
Kaffee und Strudel gab es dann im Windschatten draußen in der Sonne.
Bevor wir uns wieder an den Abstieg gemacht haben. In dieser Höhe übrigens überwiegend Lärchenwald. Die Hütte selbst war knapp unterhab der Baumgrenze, rundum Lärchen und Latschenkiefern.
Da oben, knapp unterhalb der Einkerbung, da sind wir gewesen. Und Oskar Steckenpferd hat brav auf uns gewartet.
Und wird dann auch auf der Alm brav getränkt.
Noch ein letztes Foto der wirklich malerischen Hütten
bevor wir wieder in den Wald für die letzte halbe Stunde unseres Rückwegs eintauchen.

Alles in allem eine für manche (mich) aufgrund der doch mehr als 300 Höhenmeter recht anstrengende Wanderung, aber schön war sie. Nur auf die Zeitangaben für die Wanderung würde ich mich nicht verlassen. Die angegebenen 1h35 haben wir nicht mal beim Rückweg mit forschem Schritt geschafft. Hinauf waren wir eher zweieinhalb bis drei Stunden unterwegs, allerdings auch mit Pausen dazwischen. Schließlich musste die jüngste Nichte immer wieder angespornt werden, die viel lieber bereits am Meer in Kroatien gewesen wäre 😉

Spaziergang war das also nicht wirklich, trotzdem wandert diese unsere Wanderung nun zum Monatsspaziergang im Mai bei Kristina Schaper. Auch unsere anderen Spaziergänge/Wanderungen in und um Bled und am Wochenende in Ljubljana werden in nächster Zeit noch folgen. Vermutlich aber erst nach unserem Kurzurlaub in Dubrovnik…

2 Kommentare zu „Wanderung im Triglav Nationalpark“

  1. Man sieht die Anstrengung den Bildern durchaus an, …wenn man so Wanderungen auch schon gemacht hat.
    Ein wunderschöner „Gang“ , die vielen Blumen, diese Weite! Steinig war s! Nie im Leben ist man auf solchen steinigen Pfaden schnell unterwegs 🙂
    Das da der kleine „Hottemax“ eine Pause einlegen musste, ist verständlich. Und Kinder haben gerade auf solchen Wanderungen schon mal ihren eigenen Kopf (kannten wir auch)
    Bin gespannt auf die anderen Beiträge
    Liebe Grüße
    nina

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