Am 1. Mai habe ich mit dem Bruder, dessen Frau und einer Freundin aus dem Dorf eine Maiwanderung gemacht. Am Abend des Vortags hatten wir den Geburtstag des Bruders gefeiert, am darauffolgenden Tag feierte unser Vater einen halbrunden Geburtstag. Am 1. Mai gab es traditionell am Sportplatz der Nachbargemeinde, in der wir beide aufgewachsen sind und der zweite Bruder mit Famillie und den Eltern noch in unserem Elternhaus lebt, einen Maifrühschoppen. Einen ausgedehnten, mit Langstreckenlauf der Kinder bis 12 Jahre rund um den Sportplatz, bei dem die jüngste Nichte mitlaufen wollte. Bei so viel Feierlichkeiten, und außerdem prächtigstem Wetter, wenn auch etwas windig, hatten wir so richtig Lust, die 8 Kilometer zum Sportplatz zu Fuß zu gehen. Naja, nicht alle. Der Beste erbot sich, die jüngste Nichte und deren Freundin rechtzeitig zum Sportplatz zu kutschieren und schon mal die Anmeldeformalitäten zu erledigen, und so war allen bestens gedient. Und so sind wir zu viert mit genügend Puffer zu Fuß losgezogen.
Am Dorfausgang steht dieser alte Stadel mit blühendem Birnbaum davor.An Obstwiese und Weide des Bruders vorbei sind wir zunächst in den Graben und dann in den Wald spaziert. In etwa dort wo die Stromleitung verläuft ist die Kreisstraße zum Nachbarort. Unten im Graben führt ein Feldweg entlang. Wir haben uns jedoch für den schattigen Waldweg entschieden. Der doch immer wieder Ausblicke auf die Felder bot, wie hier.Im Wald gab es ganze Felder an Veilchen.Am Wald- und Wiesenrand Schlüsselblumen.Den Nachbarort ließen wir links liegen und bogen schon vorher ab. Weiter ging es entlang schmaler Wiesen und Wälder und weiterer Waldstücke. Straßen mussten wir nur wenige überqueren.Es war eine Freude, inmitten der blühenden Natur zu spazieren. Auch wenn meine Begleiter ein ziemliches Tempo vorlegten und ich kaum nach kam. Und das nicht nur, weil ich immer wieder Fotos gemacht habe.Dieses hübsche kleine Bauernhaus ist eines der wenigen noch erhaltenen kleinen Bauernhäuser der Gegend. Und eines der meistfotografierten. Regelmäßig ziert es den Kalender der Gemeinde Birgland. Der Weiler, in dem es steht, trägt den hübschen Namen Wurmrausch. Übrigens eines von drei Dörfern, die 1043 erstmals urkundlich erwähnt wurden. Ab hier sind wir dann den Orchideenweg zwischen Wurmrausch und Lichtenegg gegangen. Zunächst ging es recht steil in den Wald hinauf.Oben angelangt geht es dann relativ eben dahin. Und um die Felsen herum und zwischendurch.Immer wieder gab es Tuffs mit Frauenschuhorchideen vom begrenzten Weg aus zu entdecken. Nur leider waren wir zu früh dran für die Blüte. Ich habe es noch nie geschafft zur Blütezeit vor Ort zu sein.Dieses Foto hat mir eine Freundin geschickt, die am 21. Mai, also 3 Wochen später als wir, den Orchideenweg gewandert ist. Und mir netterweise erlaubt hat, dieses Foto hier zu zeigen.Neben den diversen Orchideenarten hat dieser Wanderweg auch noch andere Attraktivitäten zu bieten. Wie den Türkenfelsen. Dessen Felsstück mit rundem Tor hindurch mir vor lauter Bäumen nicht gut gelungen ist zu fotografieren, aber das angrenzende Felsstück.Und Hänsel und Gretel. Kletterer haben wir auch angetroffen an den Felsen, ums Eck war ein weiteres Paar am Fels. Wiederum sie kletternd, er sichernd. Am Waldrand sind uns weitere Kletterer begegnet, die gerade mit Seilsack am Rücken den Zustieg begannen.Auch dieses Foto stammt von der Freundin und darf ich verwenden. Auf meinem Foto sind zu viele prominente Autos der vielen Wanderer und Kletterer. Das ist der Blick auf Lichtenegg mit seiner Burgruine, den man hat wenn man aus dem Wald tritt.Detailfotos gelingen mir irgendwie besser 😉 Stadel mit Steinsockel und Lehmfugen am Wegrand.Von Lichtenegg geht es hinunter Richtung Haunritz. Der aufragende Felsen am gegenüberliegenden Hang, das ist der Alte Fritz. Da müssen wir hin und noch ein bisschen weiter. Wir steigen den ehemaligen Hutanger hinab. Die abgezäunte Weide ist noch leer, die Alpakas sind noch nicht auf der Weide. Ein Schild weist auf die diversen Wanderrouten hin. Durch das Högenbachtal, in dem Haunritz liegt, und auch der Nachbarort, in dem ich aufgewachsen bin, führte einst die sog. Goldene Straße, eine wichtige Handelsroute von der Freien Reichsstadt Nürnberg nach Böhmen und Prag. Der folgen wir jedoch nicht, wir wollen auf den Hellberg.Ehemalige Mühle mit Fachwerkgiebel unten im Dorf.Eine kurze Klopause und ein schnelles Getränk später sind wir auch schon wieder unterwegs und erklimmen die letzte der Steigungen unserer Wanderung. Auch hier blühende Rapsfelder, Heckenraine und Waldstücke.Hummelgebrumm auf Löwenzahnblüte.Der alte Fritz ist so eingewachsen, dass man vom Aussichtspunkt aus weder Aussicht noch Fels besonders gut sieht. Der Hang gegenüber, das ist der Hutanger den wir vorhin hinuntergestiegen sind.Endspurt, weit ist es nicht mehr.So im Vorbeigehen erwähnt der Bruder, dass er damals in der Lehre an dieser Hütte hier mit gezimmert hat.Die Pferde auf der Koppel sind kamerascheu, also fotografiere ich lieber die Apfelblüten am Wegesrand.Die Bratwurstsemmel und Kaffee und Kuchen am Sportplatz haben wir uns redlich verdient. Die Bratwurstsemmel war schneller weg als ein Foto gemacht werden konnte.
Am Sportplatz haben wir dann noch den anderen Bruder mit Familie getroffen, und noch so einige Leute mehr. Die Nichte ist gelaufen, und am späteren Nachmittag sind wir dann heimgefahren. Bzw. habe ich noch bei den Eltern vorbei geschaut, und der Beste hat mich 2 Stunden später wieder abgeholt.