Pula im August

Pula im August war vor allem heiß. Trotz Lage am Meer. Aber in den engen Altstadtgassen sammelt sich die Hitze, während sich die kühlenden Lüftchen eher nicht hinein verirren. Trotzdem haben wir uns auf den Weg gemacht, die hübsche Altstadt zu erkunden.

Zuvor waren wir jedoch bei einer anderen Sehenswürdigkeit, nämlich der Markthalle.

Start in einen weiteren heißen Tag.
Die Markthalle wurde 1903 erbaut.
Drinnen gibt es im Erdgeschoss den Fischmarkt und auf der anderen Seite noch die Halle mit Fleisch. Statt Foto von der Fülle an Meeresgetier gibt es lieber die Wanddeko davor.
Die Läden im Obergeschoss sind keine Läden mehr, sondern Bars und Restaurants. Auf den Galeriebalkonen zu beiden Seiten kann man sitzen und mit Blick über den Marktplatz essen. aber auch drinnen kann man sitzen.
Neben der Markthalle gibt es im Freien unter Bäumen einen Bauernmarkt.
Leerstehender Gebäudekomplex nahe der Markthalle. Sieht nach einem ehemaligen Kaufhaus mit Gastronomie aus.
Das Gebäude der Hauptpost ist auch ziemlich interessant.
Von der Markthalle ist es nicht weit zum Sergierbogen, durch den wir wieder die lange Altstadtgasse Ul. Sergijevaca betreten. Diese Altstadtgasse führt in einem weiten Bogen um den Festungshügel herum, bis zum Forum und dann noch weiter an der Kathedrale vorbei fast bis zur Arena. Der Sergierbogen wurde zwischen 29 und 27 v. Chr. erbaut.
Am Forum, offiziell Platz der Republik, befindet sich der Augustustempel. Es wurde zwischen 2 v.Chr. und 14 n.Chr. erbaut und wurde der Göttin Roma und dem Kaiser Augustus geweiht. Nachdem er zwischenzeitlich als Kirche und als Getreidespeicher gedient hatte, wurde er von einem General Napoleons als Lapidarium eingerichtet. Durch eine US-amerikanische Fliegerbombe kurz vor Ende des 2. Weltkriegs nahezu zerstört, wurde er von 1945-47 von italienischen Ärchäologen restauriert (Info aus Wikipedia).
Ein bisschen mäandern durch Seitengassen.
Und ein kleiner Abstecher hügelan.
Die Üppigkeit der Bougainvilleen in Kroatien erfreut mich immer wieder.
niwibo sucht Lila im August, die Bougainvillea hat ein eher purpurfarbenes Lila zu bieten.
Am Hügel findet sich auch der eine oder andere Garten. Manchmal auch mit hübschem Gartentor.
Die nächste Gasse nehmen wir wieder hügelabwärts und mäandern gleich weiter Richtung Hafen.
Das Hafenbecken ist an keiner Stelle allzu weit von der gebogenen Altstadtgasse entfernt.
Eine Erinnerung, dass der Hafen von Pula im 19. und frühen 20. Jahrhundert der wichtigste Kriegshafen des österreichischen Kaiserreichs war.
Und ein weiteres Mal das römische Amphitheater in Lila.
Und das Amphitheater in Natur.
Durch die Porta Gemini, das Doppeltor, gelangte man zum ebenfalls im 2. Jahrhundert errichteten Theater. Das ist auch noch in Teilen erhalten und kann man vor allem von der Festung aus ganz gut sehen, die sich hier am Hügel im Hintergrund befindet. Das Gebäude dahinter beherbergt das Archäologische Museum, das jedoch schon länger geschlossen scheint. Ab hier ist ein ein gutes Stück Stadtmauer mit einem weiteren Rundbogentor entlang der Straße.
Heutzutage gelangt man durch die Porta Gemini zu einem der vier Zugänge der Zerostraße, dem Tunnelsystem unter dem Festungshügel. Beim Monatsspaziergang im August konnte man einen Blick in das Tunnelsystem werfen.
Inzwischen ist es so heiß, dass nicht nur die Möwe nach Wasser und Abkühlung lechzt.
Also holen wir die Badesachen, fahren mit dem Bus Nr. 1 zur Halbinsel Stoja und erreichen nach einem kurzen Marsch die uns bereits bekannte Bucht. Sitzen im Pinienschatten, zwischendurch ein bisschen Baden im Meer, ein wunderbarer Ausklang des Nachmittags.

Auch dieser Spaziergang durch Pula spaziert zum Monatsspaziergang im August.

2 Kommentare zu „Pula im August“

  1. ich reise wirklich gern mit dir in unterschiedliche regionen (ich denk da immer noch sehr gern an deine japanreise!), da ich das selbst nicht mehr in dieser form machen kann. es ist immer schön, neue orte kennenzulernen und auch etwas über die geschichte zu erfahren. so wäre ich vorher nie auf die idee gekommen, dass das österreichische kaiserreich mal einen kriegshafen hatte…
    zum abschluss einer heißen bummeltour durch altstadtgassen ist es natürlich toll, wenn man die gelegenheit hat, anschließend am meer zu sein, sich zu entspannen und sich abzukühlen.
    liebe grüße von mano

    1. Die Japanreise, ja, die ist leider immer noch nicht fertig berichtet. Ich hoffe ganz stark dass sich da im Herbst/Winter Zeitfenster dafür auftun. Denn meine Blogbeiträge dauern immer recht lange vorzubereiten und zu schreiben. Und ich hätte noch ein paar frühere Reisen, die zumindest in kürzerer Form durchaus interessant wären. So unter der Rubrik Zeitreise 😉
      Ich hatte auch nur Triest und Rijeka am Schirm als wichtige Häfen der Habsburgermonarchie. Dabei war ich schon mal in Pula, und wusste auch vom Friedhof der Marineangehörigen (an dem fährt man mit dem Bus zwischen Stari Grad / Altstadt und Stoja vorbei), habe das mit der Marine aber irgendwie ausgeblendet. Die Entscheidung für Pula statt Triest für die militärische Marine fiel dann wegen dem besser verteidigbaren Naturhafen. Triest wurde dann groß als Handelshafen ausgebaut. Bei jeder noch so kurzen Reise lerne ich dazu, davor habe ich mir darüber auch keine Gedanken gemacht.
      Das Meer hatte auch 27 Grad, eine kleine Abkühlung war es trotzdem. Und ich mag diese kleine Bucht mit den Steinstufen zum Meer und dem Schatten gleich daneben, auch wenn sie beileibe kein Geheimtipp ist.
      Liebe Grüße heike

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